Geschichte: VORHERRSCHAFT DER CZ IM MOTO CROSS
Startseite > Allgemein > Geschichte: VORHERRSCHAFT DER CZ IM MOTO CROSS
Man schrieb das Jahr 1960 als in der Europameisterschaft in der Klasse bis 250 cm³ die schwarzweißen CZ-Maschinen erschienen.
Mit Vlastimil Välek im Sattel, der damals ein junger vielversprechender
Nachwuchsfahrer war. Sofort bei seiner Premiere, die am Stadtrand von Prag, im
Sárka-Tal, auf einer hügeligen Trasse vor hunderttausend Zuschauern stattfand,
überraschte er die Konkurrenz. Er war in einem Lauf Dritter, im zweiten Sechster
und hatte für die Klassifikation in die Europameisterschaft die ersten Punkte
gesammelt. Damals ahnte niemand, daß in das Europa-Championat eine Marke
eingetreten war, die die Moto Gross-Strecken nicht nur in Europa, sondern
praktisch in der ganzen Welt, ein ganzes Jahrzehnt lang beherrschen würde.
Zwei Jahre später, man hatte inzwischen das Championat der
Zweihundertfünfziger zur Weltmeisterschaft erhöht, führten die CZ-Maschinen eine ganze Saison lang einen ausgewogenen Kampf mit Husqvarna, BSA und Greeves. Välek besetzte in der Gesamtwertung den vierten und Pilar den fünften Platz.
Das Jahr 1963 brachte nach Strakonice die erste Medaille. Es war eine Silberne, um die sich Välek verdient gemacht hatte. Den Erfolg der Marke vervollkommten die Bronze-Medaille Grigorjews aus der Sowjetunion und der vierte Platz Pilais. Das bedeutete drei CZ unter den ersten vier Klassifizierten in der Weltmeisterschaft!
Dieses Jahr war noch aus einem anderen Grund interessant. Am Championat beteiligten sich drei künftige Weltmeister. Friedrichs auf MZ war Siebzehnter, Arbekow auf CZ Zweiundzwanzigster und der Belgier Robert auf Greeves Fünfundzwanzigster. In der Weltmeisterschaft errang er somit nur zwei Punkte.
Ein Jahr später lief die Kleinserienproduktion der Moto Cross-Spezialmaschinen CZ 250 an, die hauptsächlich für den Export bestimmt waren. Die meisten gingen nach Belgien, also in ein Land, wo Moto Grosse etwa so populär sind wie andernorts Fußball. Über diese Zeitspanne spricht einer der lnformiertesten, der Mechaniker A. Kohout.
?Der belgische Importeur tschechoslowakischer Motorräder machte uns auf einen temperamentvollen jungen Fahrer Joel Robert aufmerksam. Das erste Rennen der ganzen Weltmeisterschaft wurde traditionell in Spanien gefahren, und Robert besetzte dort den fünften Platz. Das nächste Rennen in Belgien gewann Robert bereits. Eine Woche später wurde in der CSSR das bekannte Rennen von Holice veranstaltet. Robert war besonders viel an einem Sieg gelegen. Es wurde ihm nämlich versprochen, in einem solchen Fall als Werksfahrer engagiert zu werden. Schon nach seinem Sieg in Halice war es klar, daß Robert der Moto Cross-Fahrer Nummer Eins sein werde. Am Ende der Saison hatte er auf seinem Konto 74 Punkte und den Weltmeistertitel.
Die Erfolqe der Marke CZ steigerten die sowjetischen Repräsentanten Arbekow und Grigorjew, die in der Gesamtklassifikation den dritten und vierten Platz besetzten.? Robert war ein Moto Cross-Phenomen. Den Meistertitel errang er noch fünfmal, davon zweimal (1966 und 1969) auf CZ-Maschinen. Dann erhielt er ein Angebot von der japanischen Firma Suzuki, das so günstig war, daß er nicht widerstehen konnte.
Um die Aufzählung der Erfolge der Cz in dieser Klasse vollständig zu
machen, darf das Jahr 1965 nicht übergangen werden, wo Viktor Arbekow
Weltmeister wurde. Er war der erste sowjetische Moto Gross-Fahrer, der so
erfolgreich war.
Und noch ein Moment ist für diese Klasse interessant. 1969, in dem die Vorherrschaft der CZ-Motorräder gipfelte, befanden sich unter
den ersten Zehn in der Gesamtklassifikation sieben CZ-Maschinen.
Während bei den Zweihundertfünfzigern das Startfeld leichte Zweitaktmotorräder schon Ende der fünfziger Jahre beherrschten, gab es in der Halbliterklasse wegen des günstigeren Leistungskurvenverlaufs immer noch schwere Viertaktmotoren. Der erste Durchbruch in diese Hegemonie gelang 1965 wieder den 7-Maschinen. Im Sattel des Motorrades, das von der erfolgreichen Zweihundertfünfziger abgeleitet war (es unterschied sich nur durch die größere Bohrung im Zylinder), saßen mit viel Erfolg Paul Friedrichs aus der DDR und der Schwede Rolf Tibblin. Der zweite und dritte Platz in der Endklassifikation der Weltmeisterschaft war vielversprechend für die kommenden Jahre.
1966 bedeutete für Friedrichs den ersten Weltmeistertitel, zu dem in den weiteren beiden Jahren noch zwei Weltmeistertitel dazu kamen. Es war also ein richtiger Hattrick. Die Erfolge der tschechoslowakischen CZ-Maschinen krönten Tibblin mit Silber, Bickers mit Bronze und mit seinem Erfolg auch der spätere Weltmeister De Coster. Außerdem gewannen die britischen Fahrer auf tschechoslowakischen Maschinen das Moto Cross der Nationen. Das Jahr 1968 war also doppelt erfolgreich. Der Meistertitel beider Klassen ging verdient in die Tschechoslowakei. Es war eine Wertung für die präzise Arbeit, hervorragende Konstruktion, die Genauigkeit und ehrliche Arbeit.
Die siebziger Jahre eröffneten für die Moto Cross-CZ eine neue Etappe,
in der die Serienproduktion einen größeren Raum einnahm. Die verkäuflichen Moto Cross-Maschinen, von denen in Strakonice auch heute noch jährlich fünftausend Stück gebaut werden, sind hauptsächlich für den Export bestimmt. Aber dennoch verschwand die Marke CZ nicht ganz aus den Großen Preisen. 1972 erkämpfte der tschechoslowakische Repräsentant Jaroslav Falta in der Weltmeisterschaft der Zweihundert-fünfziger eine Silbermedaille, und 1975 siegten die tschechoslowakischen Repräsentanten Velky, Churavy, Baborovsky und Noväcek im Moto Cross der Nationen, das eigentlich der Mannschafts-Weltmeisterschaft in der Klasse bis 500 cm³ gleichkommt.
Bei der Aufzählung der Erfolge der CZ auf den Moto Cross-Strecken könnte man noch lange fortfahren, beispielsweise in der Klasse bis 125 cm³, wo CZ als eines der ersten Werke Maschinen mit Wasserkühlung herausbrachte, oder wie es die Moto Cross-Strecken in den USA eroberten. Dort hatte eine Reihe früherer Werksfahrer und Mechaniker aus Strakonice den Ruhm der kleinen südböhmischen Stadt verbreitet. Wir könnten über Viktor Lahita, dem legendären Mechaniker Roberts, schreiben. Schade, daß Vlastimil Valek diesen Bericht über den Ruhm der Marke CZ nicht mehr lesen kann, weil er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Er gehörte auch zu jenen, die an den ersten Schritten und später so erfolgreichen Zweihundertfünfzigern teil hatte.
Die heutigen Fortsetzer des Moto Cross-Ruhms wollen nicht zurückstehen. Auf der Internationalen Maschinenmesse in Brno stellte sich den Besuchern eine ganze neue Hundertfünfundzwanziger vor. Ein Motorrad einer neuen Generation und moderner Konstruktion, das der Konkurrenz in nichts nachsteht. Nur wenige Produzenten können sich dessen rühmen, daß das ganze Motorrad und
alle seine Komponenten in heimischen Bedingungen entstanden.
Dieser Bericht stammt aus der "Tschechoslowakische Motor Revue"
Ausgabe: 11/1989
Soweit bekannt ist wurde die Motorradproduktion bei CZ 1997 eingestellt.
Nachwuchsfahrer war. Sofort bei seiner Premiere, die am Stadtrand von Prag, im
Sárka-Tal, auf einer hügeligen Trasse vor hunderttausend Zuschauern stattfand,
überraschte er die Konkurrenz. Er war in einem Lauf Dritter, im zweiten Sechster
und hatte für die Klassifikation in die Europameisterschaft die ersten Punkte
gesammelt. Damals ahnte niemand, daß in das Europa-Championat eine Marke
eingetreten war, die die Moto Gross-Strecken nicht nur in Europa, sondern
praktisch in der ganzen Welt, ein ganzes Jahrzehnt lang beherrschen würde.
Zwei Jahre später, man hatte inzwischen das Championat der
Zweihundertfünfziger zur Weltmeisterschaft erhöht, führten die CZ-Maschinen eine ganze Saison lang einen ausgewogenen Kampf mit Husqvarna, BSA und Greeves. Välek besetzte in der Gesamtwertung den vierten und Pilar den fünften Platz.
Das Jahr 1963 brachte nach Strakonice die erste Medaille. Es war eine Silberne, um die sich Välek verdient gemacht hatte. Den Erfolg der Marke vervollkommten die Bronze-Medaille Grigorjews aus der Sowjetunion und der vierte Platz Pilais. Das bedeutete drei CZ unter den ersten vier Klassifizierten in der Weltmeisterschaft!
Dieses Jahr war noch aus einem anderen Grund interessant. Am Championat beteiligten sich drei künftige Weltmeister. Friedrichs auf MZ war Siebzehnter, Arbekow auf CZ Zweiundzwanzigster und der Belgier Robert auf Greeves Fünfundzwanzigster. In der Weltmeisterschaft errang er somit nur zwei Punkte.
Ein Jahr später lief die Kleinserienproduktion der Moto Cross-Spezialmaschinen CZ 250 an, die hauptsächlich für den Export bestimmt waren. Die meisten gingen nach Belgien, also in ein Land, wo Moto Grosse etwa so populär sind wie andernorts Fußball. Über diese Zeitspanne spricht einer der lnformiertesten, der Mechaniker A. Kohout.
?Der belgische Importeur tschechoslowakischer Motorräder machte uns auf einen temperamentvollen jungen Fahrer Joel Robert aufmerksam. Das erste Rennen der ganzen Weltmeisterschaft wurde traditionell in Spanien gefahren, und Robert besetzte dort den fünften Platz. Das nächste Rennen in Belgien gewann Robert bereits. Eine Woche später wurde in der CSSR das bekannte Rennen von Holice veranstaltet. Robert war besonders viel an einem Sieg gelegen. Es wurde ihm nämlich versprochen, in einem solchen Fall als Werksfahrer engagiert zu werden. Schon nach seinem Sieg in Halice war es klar, daß Robert der Moto Cross-Fahrer Nummer Eins sein werde. Am Ende der Saison hatte er auf seinem Konto 74 Punkte und den Weltmeistertitel.
Die Erfolqe der Marke CZ steigerten die sowjetischen Repräsentanten Arbekow und Grigorjew, die in der Gesamtklassifikation den dritten und vierten Platz besetzten.? Robert war ein Moto Cross-Phenomen. Den Meistertitel errang er noch fünfmal, davon zweimal (1966 und 1969) auf CZ-Maschinen. Dann erhielt er ein Angebot von der japanischen Firma Suzuki, das so günstig war, daß er nicht widerstehen konnte.
Um die Aufzählung der Erfolge der Cz in dieser Klasse vollständig zu
machen, darf das Jahr 1965 nicht übergangen werden, wo Viktor Arbekow
Weltmeister wurde. Er war der erste sowjetische Moto Gross-Fahrer, der so
erfolgreich war.
Und noch ein Moment ist für diese Klasse interessant. 1969, in dem die Vorherrschaft der CZ-Motorräder gipfelte, befanden sich unter
den ersten Zehn in der Gesamtklassifikation sieben CZ-Maschinen.
Während bei den Zweihundertfünfzigern das Startfeld leichte Zweitaktmotorräder schon Ende der fünfziger Jahre beherrschten, gab es in der Halbliterklasse wegen des günstigeren Leistungskurvenverlaufs immer noch schwere Viertaktmotoren. Der erste Durchbruch in diese Hegemonie gelang 1965 wieder den 7-Maschinen. Im Sattel des Motorrades, das von der erfolgreichen Zweihundertfünfziger abgeleitet war (es unterschied sich nur durch die größere Bohrung im Zylinder), saßen mit viel Erfolg Paul Friedrichs aus der DDR und der Schwede Rolf Tibblin. Der zweite und dritte Platz in der Endklassifikation der Weltmeisterschaft war vielversprechend für die kommenden Jahre.
1966 bedeutete für Friedrichs den ersten Weltmeistertitel, zu dem in den weiteren beiden Jahren noch zwei Weltmeistertitel dazu kamen. Es war also ein richtiger Hattrick. Die Erfolge der tschechoslowakischen CZ-Maschinen krönten Tibblin mit Silber, Bickers mit Bronze und mit seinem Erfolg auch der spätere Weltmeister De Coster. Außerdem gewannen die britischen Fahrer auf tschechoslowakischen Maschinen das Moto Cross der Nationen. Das Jahr 1968 war also doppelt erfolgreich. Der Meistertitel beider Klassen ging verdient in die Tschechoslowakei. Es war eine Wertung für die präzise Arbeit, hervorragende Konstruktion, die Genauigkeit und ehrliche Arbeit.
Die siebziger Jahre eröffneten für die Moto Cross-CZ eine neue Etappe,
in der die Serienproduktion einen größeren Raum einnahm. Die verkäuflichen Moto Cross-Maschinen, von denen in Strakonice auch heute noch jährlich fünftausend Stück gebaut werden, sind hauptsächlich für den Export bestimmt. Aber dennoch verschwand die Marke CZ nicht ganz aus den Großen Preisen. 1972 erkämpfte der tschechoslowakische Repräsentant Jaroslav Falta in der Weltmeisterschaft der Zweihundert-fünfziger eine Silbermedaille, und 1975 siegten die tschechoslowakischen Repräsentanten Velky, Churavy, Baborovsky und Noväcek im Moto Cross der Nationen, das eigentlich der Mannschafts-Weltmeisterschaft in der Klasse bis 500 cm³ gleichkommt.
Bei der Aufzählung der Erfolge der CZ auf den Moto Cross-Strecken könnte man noch lange fortfahren, beispielsweise in der Klasse bis 125 cm³, wo CZ als eines der ersten Werke Maschinen mit Wasserkühlung herausbrachte, oder wie es die Moto Cross-Strecken in den USA eroberten. Dort hatte eine Reihe früherer Werksfahrer und Mechaniker aus Strakonice den Ruhm der kleinen südböhmischen Stadt verbreitet. Wir könnten über Viktor Lahita, dem legendären Mechaniker Roberts, schreiben. Schade, daß Vlastimil Valek diesen Bericht über den Ruhm der Marke CZ nicht mehr lesen kann, weil er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Er gehörte auch zu jenen, die an den ersten Schritten und später so erfolgreichen Zweihundertfünfzigern teil hatte.
Die heutigen Fortsetzer des Moto Cross-Ruhms wollen nicht zurückstehen. Auf der Internationalen Maschinenmesse in Brno stellte sich den Besuchern eine ganze neue Hundertfünfundzwanziger vor. Ein Motorrad einer neuen Generation und moderner Konstruktion, das der Konkurrenz in nichts nachsteht. Nur wenige Produzenten können sich dessen rühmen, daß das ganze Motorrad und
alle seine Komponenten in heimischen Bedingungen entstanden.
Dieser Bericht stammt aus der "Tschechoslowakische Motor Revue"
Ausgabe: 11/1989
Soweit bekannt ist wurde die Motorradproduktion bei CZ 1997 eingestellt.
Kommentar schreiben
andere Themen:
04.10.2006
David Thorpe22.09.2006 Typenkompass Kawasaki
16.05.2006 Comeback von Josh Coppins in der MX1 Szene
24.08.2005 Ausfall von Joel Smets
Zurück

Kommentare